Tag der Hydrologie – Wie kann Wassermanagement robuster werden?

Wie können Moore erfolgreich wiedervernässt werden, ohne die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen einzuschränken? Wie kann Wohnungsbau in Städten stattfinden, ohne durch Bodenversiegelung das Hochwasserrisiko zu erhöhen? Mit zwei Posterbeiträgen ist die GICON Resources – ein Unternehmen der GICON– Teil des an der Universität Augsburg organisierten Tags der Hydrologie. Diesjähriger Schwerpunkt der dreitägigen Konferenz: Wasserhaushalte widerstandsfähiger gegen die Einflüsse des Klimawandels machen.

Vom 19. bis 21. März treffen sich führende Wasserexperten aus ganz Deutschland an der Universität Augsburg zum Tag der Hydrologie. In den Foren und Posterbeiträgen werden aktuelle Themen rund um Wasser diskutiert. Der Fokus liegt dieses Jahr auf der Resilienz des Landschaftswasserhaushalts – also auf der Frage, wie Hochwasser, Hitze und Trockenheit besser bewältigt werden können.

Die GICON Resources, ein bedeutendes Unternehmen im Bereich Grund- und Oberflächenwasser, präsentiert auf der dreitägigen Konferenz zwei zentrale Projekte.

Thema 1 – Wiedervernässung des Niedermoores Lamerdingen.

Im Poster von GICON-Fachmann Jasper Koch geht es um die gezielte Wiedervernässung von Mooren. Durch die Reaktivierung trockener Moore kann der CO₂-Ausstoß in Deutschland um mehrere Millionen Tonnen verringert werden. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen jährlich 50.000 Hektar Moore wiedervernässt werden.

Im Fallbeispiel haben sich die Fachgruppen das Niedermoor bei Lamerdingen im Ostallgäu angeschaut. Dieses Moor wurde jahrzehntelang entwässert, um die Fläche landwirtschaftlich zu nutzen. Dies führte zur Degradierung der Böden und hohen Treibhausgasemissionen. In dem seit 2021 laufenden Projekt "MoorWERT" (Link)  wird nun untersucht, wie Landwirtschaft und Moorrenaturierung kombiniert werden können. Im Moor in Südwestbayern wurde unter anderem eine Teilwiedervernässung durchgeführt. Ein steuerbares Wehr hilft dabei, den Wasserstand stabil zu halten: Langfristig müsste das Moor wieder an das Grundwassersystem angebunden werden, um seine natürliche Funktion wiederherzustellen.
Das Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse zur Wiedervernässung ähnlicher Moorgebiete und zeigt, wie wichtig ein stabiler Grundwasserhaushalt für die Renaturierung ist.

Thema 2 –Einfluss von Nutzungsänderungen der Fläche im urbanen Raum auf Hochwassergefahren.

Dr. Alexander Gerner hat mit seinem Projektteam für die Stadt Münster überprüft, ob eine geplante Baumaßnahme am städtischen Edelbach zu einer höheren Hochwassergefahr führt. Mit Hilfe einer umfangreichen hydrologisch-hydraulischen Modellierung wurde geprüft, wie sich zunehmende Versiegelung auf den Hochwasserabfluss bzw. auf die Ausdehnung von Überschwemmungsflächen auswirkt. Die Ergebnisse zeigen: Trotz eines leicht erhöhten Abflusses gibt es in diesem Fallbeispiel keine Hinweise auf eine wesentliche Zunahme der Hochwassergefahr. Dr. Alexander Gerner betont jedoch: „Das ist ein positives Zeichen, dass an der Stelle Stadtentwicklung und Hochwasservorsorge miteinander in Einklang gebracht werden können. Allerdings wünschen wir uns für eine gleichermaßen effektive wie belastbare Bearbeitung solcher stadthydrologischer Fragenmehr Referenzdaten, insbesondere Hochwasserscheitelabflussspenden, aus vergleichbaren urbanen Gebieten.“

Jedes Jahr findet der Tag der Hydrologie rund um den 22. März, dem Internationalen Tag des Wassers, an einer deutschen Hochschule statt. In diesem Jahr organisiert die Universität Augsburg das Treffen der deutschsprachigen Wasserexperten. Ziel neben dem Erfahrungsaustausch unter Fachkollegen ist es, die Bedeutung von Wasser und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen in den Fokus zu rücken.

Links:

https://www.uni-augsburg.de/de/

https://www.moorwert.de